Bei Faunus kommen seltene alte Ziegen- und Schafrassen zum Einsatz. Tatsächlich leisten die Ziegen einen Grossteil der Arbeit. Sie halten die Wiesen instand wie es manuell kaum machbar wäre. Dank anderem Fressverhalten unterstützen die Schafe die Ziegen.

Die Ziegen und Schafe tragen so zum Erhalt der Kulturlandschaft bei und wir zum Erhalt seltener Nutztierarten.

 

Was leisten die geissen?

Die gefrässigen Geissen sind unser lebendiges Werkzeug, um die Verbuschung und Verwaldung der Wiesen zu bekämpfen. Sie fressen Sträucher und schälen die Rinden von Bäumen, wodurch diese absterben. Ist die Wiese wieder hergestellt, sind die Geissen noch für die Instandhaltung verantwortlich. Wichtig ist dabei, dass die Beweidung für einen bestimmten, begrenzten Zeitraum auf der Weide stattfindet. Zu kurze oder zu intensive Beweidung schadet selbst den Arten, die wir erhalten wollen.

Geissen statt Motormäher!

Die Ausholzung und Entbuschung mittels Motorsäge und Motorsense hat zur Folge, dass die Wurzelstöcke ohne Ausgrabung unbeschadet im Boden zurückbleiben. Dies führt im Folgejahr zu erneuten und vermehrten Stockausschlägen, welche jährlich eine wiederkehrende Bearbeitung benötigen. Diese Methode führt zu intensiven Arbeitseinsätzen und verursacht hohe Kosten mit sehr kleinen Erfolgsaussichten. Eine verbuschte Weide ausschliesslich maschinell abzuholzen wäre unwirtschaftlich und demzufolge auch nicht nachhaltig.

 

Nach der Beweidung sieht man deutlich die Schälschäden and den jungen Eschen auf einer der Koppeln im Kastleren.

Nach der Beweidung sieht man deutlich die Schälschäden and den jungen Eschen auf einer der Koppeln im Kastleren.

Schon als Gitzi knabbern die Capra Grigia mit Vorliebe an Baumrinden. So leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Entbuschung der ehemaligen Weiden.

 

Geissen lieben Gehölz, saftige Blätter und Sträucher jeglicher Art. Sie fressen die Rinde vom Gehölz und unterbinden das Fliessen der Nährstoffe. Ist das Kambium, der Transportbereich zwischen Rinde und Kern, unterbrochen, sterben das Gehölz und die Wurzeln ab. Diese natürliche Methode braucht wenig Nachbearbeitung, die Wirtschaftlichkeit ist deshalb gegeben und im höchsten Masse nachhaltig.


Warum alte Tierrassen?

Die alten Rassen haben für unsere Zwecke gegenüber ihren hochgezüchteten Verwandten viele Vorteile.

Folgende Punkte zeichnen die Geissen und Schafen besonders aus:

  • Sie sind sehr robust, weniger anfällig für Krankheiten und verbringen mühelos drei Jahreszeiten auf der Weide. Nur im Winter kommen sie in den Stall.
  • Mit Vorliebe fressen sie sehr viele der unerwünschten Gehölze, welche ihre neueren Verwandten verschmähen.
  • Sie sind aktiv und sehr geländetauglich. Sie begeben sich in steiles Gelände und ins dichteste Gestrüpp. Während die moderne Geiss nur einen kleinen Flecken der Koppel abgrast, räumen unsere mühelos das gesamte Areal.

Unsere Ziegen- und Schafrassen im Porträt

Alte schweizer Nutztierrassen sind sehr selten geworden, viele haben wir bereits für immer verloren. Wir sagen daher - Ziegen und Schafe statt Motormäher! Wir wirken diesem Trend entgegen. Unsere Helden der Landschaftspflege sind die Capra Grigia, die Nera Verzasca, die Bündner Strahlenziege, die Stiefelgeiss, das Walliser Landschaf, die Skudde und das Jakobschaf. Die Stiefelgeiss zählt in der Schweiz gerade noch ca. 600 Tiere.

Unsere vier Ziegen- und drei Schafrassen werden deshalb auch zu den erhaltenswerten Rassen von ProSpecieRara gezählt, ausser dem Jakobschaf. Indem wir diese seltenen Rassen züchten, tragen wir einen Teil für den Fortbestand dieser Rassen bei. Gleichzeitig fördern wir somit die Vielfalt der schweizer Nutztiere. Genetische Ressourcen der besonderen Eigenschaften alter Rassen werden für die Zukunft bewahrt.

 

NERA VERZASCA
Die 'Tiefschwarze aus der Verzasca - Region'

Sie gilt als die widerstandsfähigste aller Ziegen mit grossem Freiheitsdrang. Starke Sonne im Sommer oder hoher Schneefall im Winter, die 'Nera' hält gut durch! Das muss sie, denn am liebsten lebt sie im freiem Weidegang im extremen Gelände in grosser Höhe. Ihr Wesen ist dafür sehr sanft.

  • Herkunft: Tessiner Lokalrasse aus den südlichen Alpentälern
  • Farbe: Schwarz
  • Anzahl Schweiz: ca. 5000
  • Grösse; Gewicht (weibl./männl.): 80cm/90cm; 60kg/80kg
 

CAPRA GRIGIA
Die 'Graue Bergziege'

Als markantestes Merkmal trägt die 'Capra' kräftige nach hinten gewölbte Hörner. Ihre übrigen Merkmale - eine ausgeprägte Muskulatur, harte Hufe und gute Trittsicherheit - konnten ihr das Überleben sichern. Als die Art bereits fast überall verschwunden war, überlebten einige wenige in hintersten Bergtälern. Die hierzu benötigte Willensstärke kommt bei manch einer auch im Charakter zum Vorschein.

  • Herkunft: Tessin und Graubünden
  • Farbe: Hell- bis dunkelgrau (teilweise weisse Flecken)
  • Anzahl Individuen Schweiz: unbekannt
  • Grösse; Gewicht (weibl./männl.): 70-80cm/75-85cm; 45-55kg/65-80kg

Der stolze Bock der Capra Grigia. Besonder markant sind die kräftig geschwungenen Hörner.

 
Bündner Strahlengitzi.jpg

BÜNDNER STRAHLENZIEGE
Die 'Schöne aus den Bündner Bergen'

Elegant schmückt sich die schwarze-glänzende Strahlenziege mit weissem Maul und Spiegel sowie weissen Stiefeln. Die 'Strahlen' im Gesicht sind ausschlaggebend für ihren Namen. 1994 existierten nur noch rund 383 Ziegen, seither geht’s allerdings stetig bergauf. Dem Hirten gilt sie durch ihre Anhänglichkeit als besonders gute Begleiterin. 

  • Herkunft: Kanton Graubünden
  • Farbe: Schwarz-weiss
  • Anzahl Individuen Schweiz: ca.1300
  • Grösse; Gewicht (weibl./männl.): 75cm/85cm; 55kg/75kg

 

 

STIEFELGEISS
'Die mit Hösli und Mänteli'

Adrett gekleidet mit 'Hösli' und 'Mänteli' ist die Stiefelgeiss mit ihren nur teilweise langen Haaren an Rücken und Hinterteil. Eine zimperliche Städterin ist sie jedoch nicht. Dank ihrer Robustheit und Widerstandsfähigkeit wird sie sehr gerne für die Landschaftspflege eingesetzt. Beinahe ausgestorben, wurde die Rasse in den 1980-ern in letzter Minute von ProSpecieRara gerettet. Glück gehabt!

  • Herkunft: St. Galler Oberland/ Walensee
  • Farbe: Hell- bis dunkelbraun
  • Anzahl Individuen Schweiz: ca. 600
  • Grösse, Gewicht (weibl./männl.):  66-76cm/75-85cm; 35-50kg/60-80kg
 
WallLandschafe.jpg
 

SKUDDEN
'Das alte Steppenschaf'

Die kleinen robusten Skudden kommen ursprünglich aus Steppen- und Heidegebieten. Sie wurden nie nach Leistung selektioniert und fressen auch Rinden und Laub. Die Herden haben noch ein wildähnliches Verhalten, werden dem Halter gegenüber zutraulich, sobald sie diesen kennen.

  • Herkunft: Ostpreussen, Litauen.
  • Farbe: Weiss, schwarz oder braun.
  • Anzahl Individuen Schweiz: ?
  • Grösse, Gewicht (weibl./männl.):  45-50 cm/ 55-60 cm, 25-35 kg/ 35-50 kg
 
 

WALLISER LANDSCHAF
'Le Roux du Valais'

Die schönen geschwungenen Hörner und das rostrote Fell sind die Merkmale dieses genügsamen Schafs. Es frisst auch reifes überständiges Gras, was für die Landschafspflege besonders interessant ist. Es bildet eine gute Ergänzung zu den Ziegen. Dass es ursprünglich aus unserem Kanton stammt und durch ProSpecieRara in den 80er-Jahren kurz vor dem Aussterben gerettet werden konnte, macht es noch sympathischer!

  • Herkunft: Ober- und Mittelwallis
  • Farbe: Rotbraun bis schwarz
  • Anzahl Individuen Schweiz: über 1000
  • Grösse, Gewicht (weibl./männl.):  60-65 cm/65-70 cm, 50-75 kg/60-90 kg
 
Skudden_Pfynwald_20170326.jpg
 

JAKOBSCHAF
'Schaf aus der Bibel'

Jakob, der Sohn von Isaak und Rebekka sollte das Jakobschaf gezüchtet haben. Das robuste Landschaft kann bis zu sechs Hörner tragen und sind für die extensive Haltung besonders geeignet. Sie fressen auch Rinden und Laub.

  • Herkunft: Syrien / Türkei.
  • Farbe: Weiss und braun gefleckt.
  • Anzahl Individuen Schweiz: 250
  • Grösse, Gewicht (weibl./männl.):  65-70 cm/ 70-80 cm, 35-60 kg/ 55-85 kg