Biodiversität ist unsere Lebensgrundlage

 
Biodiversität bildet die Grundlage unseres Lebens. Der Handlungsbedarf zu ihrem Schutz ist weitreichend und dringend. (BAFU 2024)

"Unser Wohlergehen und die wirtschaftliche Wertschöpfung hängen somit stark von einer funktionsfähigen Biodiversität ab." (BAFU 2024). Gesunde Ökosysteme sorgen für saubere Luft und sauberes Wasser.

Sie erhalten die Fruchtbarkeit der Böden und bieten Schutz vor Hochwasser und Erosion. Über die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandprodukts hängt von einer gut funktionierenden biologischen Vielfalt und deren Ökosystemleistungen ab. Biodiversität ist z.B. für die landwirtschaftliche Produktion zentral.

Die Biodiversität ist also nicht nur an sich erhaltenswert. Sie ist auch unser Sicherheitsnetz, die Basis unserer Ernährung und unserer Gesundheit, die Regulatorin des Klimas und die Voraussetzung für saubere Luft und sauberes Wasser. (BAFU 2023).


Um die Biodiversität steht es schlecht

"Insgesamt ist die Biodiversität in der Schweiz in einem schlechten Zustand."
 
(BAFU 2023) "Die Fläche, Qualität und Vernetzung vieler ökologisch wertvoller Lebensräume haben seit 1900 stark abgenommen – Hauptursache dafür ist die nicht nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen." (BAFU 2023).
 
Die Intensivierung und Mechanisierung der Landwirtschaft und damit einhergehende Aufgabe der extensiven Beweidung, sowie die systematische Beseitigung von Kleinstrukturen und Trockenlegung von Feuchtgebieten, usw. sind massgeblich für den Verlust von wertvollen Biotopen verantwortlich.
Lokal vor allem im Mittelland und in den Gunstlagen des Berggebiets – brach die Artenvielfalt innerhalb weniger Jahrzehnte zusammen (BAFU 2023). Weideflächen verbuschten und Wälder wurden dunkler. Eine neue Studie verzeichnet einen dramatischen Rückgang der Pflanzenvielfalt in Schweizer Wiesen in den Tieflagen (Widmer et al, 2025). Seit Beginn des 20. sind 95% der Trockenwiesen und -weiden in der Schweiz verschwunden (WSL, 2019) und die verbleibenden Flächen werden zunehmend artenärmer

Das Wallis verfügt über eine reiche Artenvielfalt und spielt eine wichtige Rolle als Schutzgebiet für die alpine Biodiversität. Aber auch im Wallis steht die Artenvielfalt unter enormem Druck. Traditionell offene Kulturlandschaften sind vielerorts verwaldet (DWL, 2011). Die einst grosse Vielfalt an Pflanzen, Insekten und Vögeln ist weitgehend verschwunden.

Nur wenn es gelingt, Restgebiete von hoher Landschaftsqualität und ein Netz von ökologisch wertvollen Lebensräumen zu bewahren, bleibt das Wallis ein Hotspot der Biodiversität.

Wie naturnahe Beweidung die Artenvielfalt fördert

"Naturschutzorientierte Weiden sind wahre Hotspots der Artenvielfalt: Wildbienen nisten in den durch den Tritt der Weidetiere geschaffenen offenen Bodenstellen, kleine Büsche sind Warten für Neuntöter, Grauammer & Co., der Dung der Tiere ist ein Ökosystem für sich und die heterogene Nutzung der Vegetation durch die Weidetiere ermöglicht auch konkurrenzschwächeren Pflanzenarten das Blühen." (Pro Natura)

Die gefrässigen Ziegen sind unser lebendiges Werkzeug, um die Verbuschung und Verwaldung der Wiesen zu bekämpfen. Für deren Biodiversität spielten Weidetiere schon immer eine besondere Rolle. Über Jahrmillionen entwickelten sich unsere Ökosysteme im Zusammenspiel mit Herbivoren.

Auch heute schafft die naturnahe Beweidung mit geeigneten Tieren ein unvergleichliches Mosaik aus verschiedenen Lebensräumen, das zahlreichen, u.A. selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bietet. 


Gezielte Beweidung ist entscheidend

Beweidung ist essentiell, um die Verbuschung zu begrenzen und ein Mosaik an strukturreichen Flächen zu schaffen. Ohne Weidetiere verschwinden offene und halboffene Landschaften mit ihrem ausserordentlichen Artenreichtum schnell.

Wichtig ist dabei, dass die Beweidung für einen bestimmten, begrenzten Zeitraum stattfindet und die Art und Anzahl der Weidetiere so gewählt sind, dass Zielarten gefördert werden und das Risiko unerwünschter Auswirkungen minimiert wird. Sowohl zu kurze als auch zu intensive Beweidung kann Arten, die gefördert werden sollen, schaden.

Dank mehrjähriger Erfahrung und enger Zusammenarbeit mit Fachkräften in den Umweltnaturwissenschaften und im Forst sind die Beweidungskonzepte von Faunus wissenschaftlich fundiert sind und werden fachkundig umgesetzt.

Faunus kann genügend grosse Herden von geeigneten Weidetieren für die Landschaftspflege einsetzen.

Für uns sind robuste, genügsame Tiere – vorwiegend ProSpecieRara-Rassen – im Einsatz, die ans Futterangebot, Gelände und die Witterung gewohnt sind. Urtümliche und traditionelle Nutztierrassen sind im Vergleich zu modernen Züchtungen weniger anfällig für Krankheiten, können mageres Futter besser verwerten, fressen auch gerne Gehölz und dringen selbst in dichtes Gestrüpp vor.

Faunus beweidet, je nach Standort, mit verschiedenen Tierarten: Ziegen, Schafe, Schweine, und in der Zukunft hoffentlich auch Pferde. Diese ergänzen sich in ihren (Fress-)verhalten und können je nach erwünschter Wirkung aufs Ökosystem nacheinander oder gleichzeitig auf einer Fläche eingesetzt werden.

Ausserdem können robuste Weidetiere unter den richtigen Voraussetzungen auch im Winter draussen gehalten werden. So kann Faunus gewisse Flächen ganzjährig beweiden, was besondere Vorteile für die Förderung der Artenvielfalt mit sich bringt. Faunus MitarbeiterInnen stellen sicher, dass das Tierwohl jederzeit gewährleistet ist.

Unter den richtigen Bedingungen können robuste Weidetiere auch bei Minustemperaturen und Schnee draussen gehalten werden. Das bringt Vorteile für die Artenförderung, und das Tierwohl ist jederzeit sichergestellt.

Beweidung ist schonender und wirtschaftlicher als Motormäher

Um verbuschte Weiden wieder zu öffnen und der Verwaldung entgegenzutreten wird immer noch viel zu oft ausschliesslich maschinell eingegriffen. Diese Vorgehensweise erfordert intensive Arbeitseinsätze und verursacht relativ hohe Kosten bei geringen Erfolgsaussichten.

Die Ausholzung und Entbuschung mittels Motorsäge und Motorsense hat zur Folge, dass die Wurzelstöcke ohne Ausgrabung unbeschadet im Boden zurückbleiben. Dies führt im Folgejahr zu erneuten und vermehrten Stockausschlägen, welche jährlich eine wiederkehrende Bearbeitung erfordern. Zudem muss anfallendes Schnittgut vor Ort deponiert oder teuer entsorgt werden.

Die extensive Beweidung ist schonender und wirtschaftlich nachhaltiger als ausschliesslich maschinelle Entbuschung.

Ziegen fressen nicht nur gerne Gras, saftige Blätter und Nadeln, sondern auch Äste und ganze Sträucher. Sie schälen Bäume oder beschädigen deren Rinde durch Schaben mit den Hörnern. So wird der Nährstofffluss im Kambium, dem Transportbereich zwischen Rinde und Kern, unterbunden, was sowohl das Gehölz als auch die Wurzeln zum Absterben bringt.

Im Gegensatz zu maschinellen Eingriffen braucht diese natürliche Methode wenig Nachbearbeitung und das Problem der Schnittgutentsorgung entfällt.


Unsere Beweidung zeigt Wirkung

Seit 2016 sammelt Faunus Erfahrungen in der Beweidung verschiedener Flächen im Wallis, von den Alpen bis in die Talebene, von Trockenwiesen und -weiden über Uferzonen und Feuchtgebiete bis zu Wäldern und Waldrändern.

Ende 2025 waren über 300 Tiere an 30 Standorten im Wallis für Faunus im Einsatz.

Von der Beweidung und Arbeit von Faunus profitieren unzählige Pflanzen und Tiere, darunter mindestens 35 bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Mehr erfahren über unsere Projekte ->


Mai 2010 (links/oben): Diese wertvolle Fläche ist verdunkelt und nur noch einige, häufig vorkommende, Arten wachsen, fliegen und kriechen.
Mai 2017 (rechts/unten): Nach intensiven Arbeiten und durch Ziegenbeweidung ist die Weide wieder lichter und viele seltene und häufige Lebewesen sind zurück.